„THE OTHER WINDOW“
Am Samstag, den 02. April 2016 um 18 Uhr lädt die Galerie bipolar herzlich zur Vernissage der ersten Ausstellung im laufenden Jahr.
Die Konzepte von Céline Germès (Malerei) und Florian Rosier (Fotografie) verbinden die Faszination des Verschwindens, die Isolation des Menschen und der Blick in eine andere, gleichsam verstörende wie poetisch-mystische Wirklichkeit.
An diesem Abend werden zudem „The Dark Light“ (Leipzig) und „Lightfight“ (Berlin) mit ihrer Licht-Interaktion spannende Akzente setzen. Im Anschluss gibt es Musik.
Céline Germès
Die aus Frankreich stammende Künstlerin lebt seit einigen Jahren in Leipzig, wo sie aus verschiedenen Gründen ideale Bedingungen für ihr künstlerisches Schaffen gefunden hat. Die hier noch immer allgegenwärtigen Spuren der Vergangenheit, des Verfalls und Wiederaufbaus fügen sich in ihr großes Thema, die Zeit, oder genauer die Vergänglichkeit. Es sind diese „Geschichtstrümmer“, aus denen sie zunächst fotografische Spuren sammelte, „das Spektakuläre meidend“, in einem Kampf gegen das Vergessen und die Schnelllebigkeit der (medialen) Welt, die uns umgibt. Mit ihren Arbeiten strebt die Künstlerin danach, die Lücke zwischen Abwesenheit und Präsenz eines Bildes zu schließen, weshalb sie häufig sehr helle Farben verwendet, die dann sowohl sein Erscheinen, als auch das Verschwinden
Das Quellenmaterial, das die Malerin benutzt ist meist „found footage“, welches sie in aufwendiger Technik malerisch umsetzt. Mit verschiedenen Methoden, versucht die Künstlerin dem gewählten Thema eine völlig neue, wenig dramatische oder moralisierende Bedeutung zu geben und den Betrachter so in eine aktive Rolle zu „zwingen“. Obwohl sie häufig politische Themen aufgreift, die sie persönlich bewegen – Palästina, Flüchlinge, Afrika – legt sie auch inhaltlich großen Wert darauf, nicht propagandistisch tätig zu sein.
Florian Rosier
Der in Leipzig lebende Künstler hat 2013 seinen Abschluss in Medienkunst und Fotografie an der AKI/ArtEZ in Enschede gemacht. Um das Ausgangsmaterial für seine Arbeiten zu erlangen, geht er mit der Kamera los, wo es ihn hinzieht. Seine Vorgehensweise bezeichnet Rosier als ergebnisorientiert, für ihn zählt, was am Ende „in einem Bild vorkommt“. Daher sind diese Fotos wirklich als eine Basis zu betrachten, denn die fertigen Werke entstehen in einem Prozess vielfältiger digitaler Manipulationen.
Durch das gezielte Eliminieren von konkreten Anhaltspunkten strebt Florian Rosier danach, seine Arbeiten von Ort und Zeit loszulösen und so seine Protagonisten der Isolation zu überlassen. Unterstützt wird dieses Anliegen dabei durch eine konsequente Bildsprache, die auf sehr dunkle Töne setzt, oft grau und schwarz. Manchmal zoomt Rosier allerdings heraus, sozusagen vom Mikro- in den Makrokosmos, wie bei seiner Serie Absent Presence. Dann öffnet sich sein Blick, und mit ihm der des Betrachters auf Motive, welche ihren faszinierenden kompositorischen Reiz erst aus der Höhe betrachtet offenbaren.